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Kein Plastik im Biomüll - Warum biologisch abbaubare Kunststoffbeutel keine Alternative sind
Immer wieder landen Fremdkörper wie Kunststoffe, Steine oder Metallteile fälschlicherweise oder gar unbemerkt im Biomüll. Sei es durch Pflanztöpfe, die zusammen mit der abgestorbenen Pflanze entsorgt werden oder Kies und Gartenwerkzeug, was zusammen mit dem gezupften Beikraut aus Versehen in die Tonne gekippt wird.
Doch leider landen vor allem Kunststoffe auch immer wieder bewusst in den Biotonnen - z.B. weil davon ausgegangen wird, dass biologisch abbaubare Kunststoffbeutel genau dort entsorgt werden dürfen. Dies ist im Landkreis Osterholz jedoch nicht der Fall! Wir klären auf, warum.
Fehlwurf: "Kompostierbare Bioabfalltüten"
Die Verwendung von nachwachsenden Rohstoffen zur Herstellung von abbaubaren Kunststoffprodukten erweckt den Anschein, dass dies ein nachhaltiges Produkt ist, das in der Biotonne oder auf dem Komposthaufen entsorgt werden kann. Schaut man sich die Beutel einmal genauer an, dann erkennt man den Hinweis, dass die Beutel für die Eigenkompostierung nicht geeignet sind und über die Biotonne nur dann entsorgt werden dürfen, "sofern behördlich zugelassen".
Bioplastik, Biokunststoffe, biologisches Plastik - Kunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen tragen viele Namen. Statt aus Erdöl, dient bei ihrer Herstellung Mais, Zuckerrohr oder Kartoffel als Basis. Damit Plastiktüten den Zusatz "kompostierbar" und das "Keimling"-Logo tragen dürfen, müssen sie innerhalb von 6 Wochen in der industriellen Kompostierung verrotten. Das Problem? Viele Anlagen arbeiten mit einer viel kürzeren Rottezeit. Das führt dazu, dass sich die Tüten nicht vollständig auflösen und somit als Störstoff im Kompost verbleiben. Außerdem hindern sie den Rotteprozess der in ihnen verbleibenden Biomasse. Nach Ablauf der Kompostierung bleiben so Plastiktüten-Teile und andere Störstoffe, die nur schwer aussortiert werden können, im Kompost und werden so auf die Felder und in die Gärten getragen. Dort zerfallen sie unter UV-Einstrahlung und weiteren Witterungseinflüssen zu Mikroplastik. Deshalb dürfen im Landkreis Osterholz und in vielen Weiteren Kommunen diese Tüten nicht in der Biomülltonne entsorgt werden, auch wenn sie im Handel erwerbbar sind.
Das gleiche gilt übrigens auch für Kaffeekapseln, Besteck und Geschirr aus abbaubaren Kunststoffen. Diese gehören in die Restmülltonne und dürfen nicht in der Biotonne entsorgt werden.
Weiteres Plastik im Biomüll vermeiden:
- Im Bund gekauftes Gemüse oder Kräuter sind häufig mit Gummibändern gebündelt. Vor der Entsorgung daran denken, das Gummiband zu entfernen. Sie lassen sich in der Küche super wiederverwenden oder können im Restmüll entsorgt werden.
- Aufkleber auf Gemüse und Obst sollten Sie ebenfalls vor der Entsorgung der Schalen entfernen.
- Abgestorbene Sommerblumen nicht zusammen mit den Blumentöpfen entsorgen, sondern vorher von sämtlichen (Verkaufs-)Verpackungen befreien und ebenfalls getrennt entsorgen.
- Obacht bei Unkrautvlies: Gartenvlies/Unkrautvlies wird häufig als sog. Wurzelsperre oder unter einer Mulchschicht gegen Unkraut eingesetzt. Oft hält der gewünschte Effekt nicht lange an und Wurzeln durchdringen das Vlies. Beim Entfernen ist daraus zu achten, dass das Vlies nicht mit in der Biotonne landet, sondern über den Restmüll entsorgt wird.
Alternativen für die heimische Biomüllsammlung
Es ist verständlich, dass die Sammlung von Küchen- und Bioabfällen nicht immer geruchsneutral ist. Doch Kunststofftüten sind kein geeigneter Weg. Besser ist es, Küchenabfälle und Lebensmittelrest in der Küche in einer Schüssel oder einem kleinen Biomülleimer zu sammeln und ohne Verpackung in die Biotonne zu bringen. Ist der Biomüll zu feucht, können spezielle Biomülltüten aus Papier oder alternativ auch Zeitungspapier zum Auslegen der Sammelbehälter genutzt werden.
Spezielle "Vorsortierer" (siehe Foto), also handliche Biomülleimer mit Tragegriff und Deckel, eignen sich für die Sammlung von Küchenabfällen besonders gut. Durch den Deckel kann die Ansiedlung von Fruchtfliegen gemindert und die Geruchsentwicklung gebremst werden. Außerdem lässt sich der Eimer dank des Tragegriffs bequem zur Tonne tragen. In Kombination mit den Bioabfalltüten aus Papier hält sich der Reinigungsaufwand des Vorsortierers in Grenzen. Alternativ kann jede andere Schüssel mit einem Deckel genutzt werden.
Lebensmittelreste, wie verdorbenen Aufschnitt oder geschimmelte Brote, dürfen nicht mitsamt der Plastikverpackung in der Biotonne entsorgt werden. Kunststoffverpackungen können nur dann recycelt werden, wenn sie im Gelben Sack entsorgt werden. Ebenso kann nur aus störstofffreiem Biomüll sauberer Kompost werden. Eine funktionierende Kreislaufwirtschaft, in der die Abfälle wieder zu Rohstoffen werden, leistet einen großen Teil zu aktivem Umwelt- und Naturschutz. Deshalb ist die richtige Trennung der Abfälle so bedeutend.
